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Anhang A: Herleitung des Bayes-Theorems aus den Axiomen der
Wahrscheinlichkeitstheorie
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In den folgenden Grafiken bezeichnet S den Ereignisraum, die Menge
aller möglichen Ereignisse. Ein Ereignis ist eine
Teilmenge von S.
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Zwei Ereignisse A und B können in folgenden Kombinationen
auftreten
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A B (A oder B), d.h. es treten entweder A oder B oder beide zusammen
auf (Gesamtmenge der beiden Ereignisse);
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A B (A und B); d.h. es tritt sowohl A als auch B auf (Schnittmenge der beiden Ereignisse). Wenn A und B sich gegenseitig
ausschliessen, ist die Schnittmenge leer.
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Weiter bedeutet
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G  rafisch
lassen sich A B, A B und ¬A wie folgt darstellen:
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Die klassischen Axiome der Wahrscheinlichkeitstheorie sind
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Die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses hat einen Wert zwischen 0
und 1, wobei 0 bedeutet, dass das Ereignis nie eintritt und 1, dass
es sicher eintritt.
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Die Randwahrscheinlichkeit aller Ereignisse im Ereignisraum S ist 1.
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Wenn zwei Ereignisse A und B sich gegenseitig ausschliessen gilt A B = P(A) + P(B) und P(A B) = 0. Dies gilt für alle n sich gegenseitig ausschliessender
Ereignisse. Beispiel: Wenn ich mit einer Wahrscheinlichkeit von
0,5 zur Nachmittagsvorlesung gehe und mit einer
Wahrscheinlichkeit von 0,3 ins Seebad, dann beträgt die
Wahrscheinlichkeit, dass ich entweder zur Nachmittagsvorlesung oder
ins Seebad gehe, 0,8. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich sowohl ins
Seebad als auch in die Nachmittagsvorlesung gehe, ist 0.
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Wenn sich die beiden Ereignisse A und B nicht gegenseitig
ausschliessen, berechnet sich die Wahrscheinlichkeit, dass entweder
A oder B oder beide zusammen auftreten, nach der folgenden Regel:
A B = P(A) + P(B) - A B
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G   rafisch
dargestellt:
= + -
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Durch die Addition von A und B wird der Bereich, wo sich A und B
überschneiden, zwei Mal gezählt. Er muss daher wieder
einmal subtrahiert werden.
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Mit ganz ähnlichen Überlegungen lässt sich herleiten,
wie die bedingte Wahrscheinlichkeit P(B | A), d.h. die
Wahrscheinlichkeit, dass B auftritt, wenn wir wissen, dass A
vorliegt, aus den Wahrscheinlichkeiten P(A B) und P(A) berechnet werden kann:
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Wenn A und B sich gegenseitig ausschliessen, liegt die Antwort auf
der Hand: B wird nicht eintreten. Wenn A und B sich nicht
gegenseitig ausschliessen, ist es möglich, dass B eintritt. Da
wir wissen, dass A eingetreten ist, reduziert sich der Ereignisraum
S auf die Teilmenge A. Was uns interessiert sind die Ereignisse B,
die innerhalb der Teilmenge A liegen, oder mit anderen Worten die
Schnittmenge A B. Die
bedingte Wahrscheinlichkeit P(B | A) ergibt sich aus der
Division von P(A B) durch
P(A), d.h. aus dem Verhältnis der Fläche „A und
B“ zur Fläche „nur A“ gemäss den obigen
Grafiken. Es gilt also
P(A B)
P(B | A) = ────── oder
P(A B) = P(B | A) ∙ P(A)
P(A)
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Das Bayes-Theorem ergibt sich aus der Überlegung, dass P(A B) = P(B A), oder
P(B | A) ∙ P(A) = P(A | B) ∙ P(B)
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Nach P(B | A) gelöst
P(A B) ∙ P(B)
P(B | A) = ──────────
P(A)
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P(A) lässt sich zerlegen in
P (A)
= P(B A) + P(¬ B A) = P(A | B) ∙ P(B) + P(A | ¬B) ∙ P(¬B)
P(A
| B) ∙ P(B) P(A | ¬B) ∙ P(¬B)
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Daher lautet das Bayes-Theorem in seiner extensiven Form, für
zwei sich gegenseitig ausschliessende Ereignisse A und B
P(B) ∙ P(A | B)
P (B | A) = ────────────────────
P(B) ∙ P(A | B) + P(¬B) ∙ P(A | ¬B)
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