decisions.ch - Schweizer kennzeichenrechtliche Entscheide
  Vorliegen bejaht      
ältere Marke / jüngeres Zeichen Produkte / Produkte Instanz Kernaussage Fundstelle
WHEELS / WHEELY Transportwesen (Kl.39) / Kl.9, Kl.38, Kl.39, Kl.42 BVGer

[Das IGE hatte den Widerspruch mangels Glaubhaftmachung des rechtsehaltenden Gebrauchs abgewiesen. Das BVGer korrigiert teilweise:]

Die Vorinstanz hat zurecht erwogen, dass der Handelsregisterauszug der schweizerischen Wheels Logistics GmbH, Widnau, kein Beispiel eines markenmässigen Gebrauchs des Zeichens WHEELS zeigt und keine marktrelevante Verwendungshandlung der Marke daraus erkennbar wird. Dasselbe gilt für den Ausdruck der Web-Übersicht über die internationalen Standorte der Beschwerdeführerin, die Zusammenstellung ihrer Ladungen von 2006 2011, Ausdrucke aus dem internen Kalkulationsprogramm der Frachtpreise und des internen Speditionsprogramms, Bilanz, Erfolgsrechnung und Verwendung des Bilanzgewinns der Beschwerdeführerin im Geschäftsjahr 2008/2009, Registerauszüge der im Streit liegenden Marken und die eidesstattlichen Versicherungen des Geschäftsführers der Beschwerdeführerin.

Bezüglich der Verwendung des Firmenlogos "WH LS logistics" auf Lieferscheinen und Rechnungen verweist die Vorinstanz auf die Rechtsprechung, die ein Firmenlogo im Briefkopf im Regelfall nicht als funktionsgerechten, markenmässigen Gebrauch für die gelieferte oder fakturierte Ware anerkennt, sondern bloss als firmenmässigen Gebrauch für das Rechnung stellende Unternehmen einstuft (...). Anderes gilt, wenn die mit dem Firmennamen übereinstimmende Marke in konkreten Rechnungspositionen, auf dem Kassenbeleg oder einem Werbeflyer in einen direkten, sinngemässen Bezug zur Ware gesetzt wird (...). Diese Praxis beruht auf dem Wortlaut von Art. 11 Abs. 1 MSchG, der die Marke nur soweit schützt, als sie "im Zusammenhang" mit den Waren und Dienstleistungen gebraucht wird, für die sie beansprucht wird. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der notwendige Zusammenhang für die kognitive Verknüpfung von Angebot und Marke in der Wahrnehmung der Verkehrskreise sich nicht bloss aus der Situation der Zeichenverwendung, sondern auch massgeblich aus dem Gestaltungsspielraum des Anbieters und aus den Gewohnheiten des Marktes ergibt, die Marke für dessen Ware oder Dienstleistung einzusetzen. Wie in der Lehre zurecht betont wird, sind die Möglichkeiten, eine Marke im Zusammenhang mit einer im Detailhandel vertriebenen Ware zu verwenden, zahlreicher als bei einer Dienstleistungsmarke (...). Dies gilt insbesondere bei Firmenmarken für Dienstleistungen, die gewöhnlich nicht in Anwesenheit des Dienstleistungsempfängers erbracht werden, wie für Transportdienste im vorliegenden Fall. Dem Dienstleistungserbringer verbleibt hier kaum eine andere Möglichkeit, als dem Kunden sein Logo wenigstens als Briefkopf in Korrespondenz und Werbung zu präsentieren. Von Einfluss auf die geistige Verbindung zwischen Marke und Dienstleistung wird zudem sein, wie nahe die Dienstleistung am Kerngeschäft des Unternehmens liegt. Entsprechend ist der Gebrauch der Widerspruchsmarke in der Kopfzeile von Rechnungen und Lieferscheinen im Zusammenhang mit Transportdienstleistungen, woraus erkennbar zugleich das Kerngeschäft der Beschwerdeführerin besteht, als ausreichender Gebrauch zu werten.

Der Gebrauch der Widerspruchsmarke erscheint damit durch die eingereichten Belege glaubhaft gemacht für "Services et travaux d'entreprise de transport" der Klasse 39, für die übrigen eingetragenen Waren und Dienstleistungen hingegen nicht.

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BVGer vom 08.04.2015, B-5902/2013
CLINIQUE / Dermaclinique produits de parfumerie, cosmétiques (Kl.3), Seifen (Kl.3) / Haarpflegemittel (Kl.3), Mittel zur Schönheitspflege (Kl.3), produits de parfumerie, cosmétiques (Kl.3), Seifen (Kl.3), Schönheitspflege (Kl.44), services de la coiffure (Kl.44) BVGer

[Die Widerspruchsmarke CLINIQUE ist als "durchgesetze Marke" eingetragen. Das IGE hatte den Widerspruch wegen der Schwäche des Zeichens CLINIQUE für die beanspruchten Waren abgelehnt. Das BVGer korrigiert:]

Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz verkenne den Schutzbereich der - durchgesetzten - Widerspruchsmarke. Deren Bekanntheit und Kennzeichnungsstärke bewirke, dass sich der Markenschutz auch auf das gemeinfreie Element "Clinique" der angefochtenen Marke erstrecke. Somit liege eine unmittelbare beziehungsweise zumindest eine mittelbare Verwechslungsgefahr der beiden Marken vor.

Wie die Vorinstanz richtig ausführt, ist zwar der Schutzumfang einer Marke durch die Sphäre des Gemeinguts begrenzt (...). Diese Grenze kann indessen erst bei vollkommen im Gemeingut stehenden und rein beschreibenden Begriffen und nicht bereits bei jedem teilweise beschreibenden Sinngehalt erreicht sein, welcher die Unterscheidungskraft der Marke nur schwächt oder etwas beeinträchtigt. Unterscheidungsschwache Elemente einer Marke würden andernfalls weggestrichen, der Zeichenvergleich würde sich sonst in einer mosaikartig auf einzelne Bausteine reduzierten Betrachtung verlieren und die Wechselwirkungen der Markenbestandteile im integrierten Wahrnehmungsverständnis der Verkehrskreise wie auch den massgeblichen Gesamteindruck der Marke ausser Acht lassen (...). Eine derart unmittelbare und ausschliesslich beschreibende Wirkung hat der Bestandteil "Clinique" beziehungsweise "Dermaclinique" der angefochtenen Marke für die hier in Frage stehenden Waren der Klasse 3 und Dienstleistungen der Klasse 44 nicht.

7.4 Im Übrigen hat sich das Zeichen der Beschwerdeführerin - als ein ursprünglich gemeinfreier Begriff - im Verkehr als Marke durchgesetzt. Für den Begriff "Clinique" geniesst es damit Markenschutz, soweit identische oder gleichartige Waren und Dienstleistungen sowie ähnliche Zeichen betroffen sind. Entschiede man, wie die Vorinstanz dies tut, anders, würde der einem gemeinfreien Begriff - bei gegebenen Voraussetzungen - zustehende Schutz einer durchgesetzten Marke untergraben.

7.5 Der Vergleich der Waren und Dienstleistungen sowie die Zeichenähnlichkeit führen im vorliegenden Fall somit dazu, dass mit Blick auf die massgeblichen Verkehrskreise eine Verwechslungsgefahr zu bejahen ist. Von einer Verwechslungsgefahr nicht erfasst sind indessen die als andersartig beurteilten Dienstleistungen "servizi di sauna, servizi di centri dimagranti, servizi di solarium; bagni turchi; servizi di bagni termali; fisioterapia e massaggi, servizi medici" der Klasse 44, für welche die angefochtene Marke beansprucht wird.

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BVGer vom 25.02.2015, B-6821/2013
Family Research Sàrl / familyresearch.ch Forschung (Kl.42) / Forschung (Kl.42) WIPO

Le Requérant est une société anonyme suisse enregistrée au Registre du commerce du canton de Vaud sous la raison sociale “Family Research Sàrl” depuis le 26 juillet 2013 (...). La société a pour but la “recherche d’héritiers et la généalogie successorale”.

La Partie adverse est une société anonyme suisse inscrite au Registre du commerce du canton de Vaud depuis le 9 septembre 1970 qui a pour but “toute étude généalogique, principalement dans le but de retrouver et d’assister des héritiers et des exécuteurs testamentaires et fourniture de toute prestation liée directement ou indirectement à la succession” (annexe 2 à la demande).

La Partie adverse a enregistré le nom de domaine litigieux <familyresearch.ch> le 28 janvier 2014 (...). Les noms de domaine <familyresearch.fr> et <familyresearch.ch> redirigent automatiquement les internautes vers le site de la Partie adverse “www.sogeni.com” (annexe 8 à la demande) à partir duquel cette dernière fait la promotion en ligne de ses services.

De façon générale, la partie qui ne dispose d’aucune protection particulière au sens du droit des signes distinctifs sur le nom de domaine litigieux, se doit de prendre les mesures idoines pour que le nom de domaine qu’il a enregistré se distingue suffisamment du signe distinctif appartenant au requérant (ATF 128 III 353, 358 “Montana”).

En l’espèce, le risque de confusion est évident, le nom de domaine <familysearch.ch> reprenant à l’identique, la raison sociale du Requérant. La raison sociale de la Partie adverse est “Sogeni” et pas “Family Research”.

Compte tenu du fonctionnement des noms de domaine, l’utilisation d’un nom de domaine de second niveau confère à l’utilisateur un monopole de fait, lequel crée ipso facto un risque de confusion. Le détenteur légitime d’un signe distinctif protégé est dès lors empêché de faire le commerce de ses produits par internet, par le simple fait de l’enregistrement du nom de domaine litigieux. Ce n’est pas le contenu du site qui doit être considéré, mais le nom de domaine en cause d’une part et le signe distinctif revendiqué d’autre part (...). Or en l’espèce, force est de constater que le Requérant se trouve précisément dans ce cas de figure et qu’il peut dès lors faire valoir son droit une protection légale au vu du risque de confusion et de ce qui en découle.

Bien que la Partie adverse a déposé une réponse, elle n’a pas expliqué pourquoi elle avait enregistré un nom de domaine qui est identique à la raison sociale du Requérant, et qui redirige vers le site “sogeni.com”. La Partie adverse n’a pas exposé et prouvé des raisons de défense importantes de manière concluante.

Ainsi, les parties étant concurrentes dans le domaine de la généalogie successorale, l’Expert décide qu’il s’agit en l’espèce d’une infraction “claire” des droits du Requérant à la lumière des Dispositions rappelées plus haut, en particulier en application du paragraphe 24(d)(i).

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WIPO vom 17.02.2015, DCH2014-0024
Ascona Locarno / ascona-locarno.ch Kl.39 / Kl.39 WIPO

Die Gesuchstellerin ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft nach Art. 6 ff. des Legge sul turismo des Kantons Tessin vom 30. November 1998 („Tourismusgesetz“). Gemäss dem statutarischen Zweck fördert die Gesuchstellerin den Tourismus in der Region Ascona-Locarno und informiert und berät Touristen. Ihren Sitz hat die Gesuchstellerin in Locarno.

Die Gesuchstellerin ist Inhaberin der Marke ASCONA LOCARNO (fig.), Nr. 597440, die beim Schweizerischen Institut für Geistiges Eigentum am 22. Dezember 2009 hinterlegt und anschliessend eingetragen wurde.

Die Gesuchsgegnerin hat gemäss Auskunft der SWITCH den Domain-Namen am 16. Januar 2005 registriert. Unter dem streitigen Domainnamen ist eine aktive Webseite abrufbar, die touristische Informationen aus der Region Ascona und Locarno anbietet.

Die Verletzung der Art. 2 und Art. 3 Abs. 1 lit. d UWG, setzt eine Verwechslungsgefahr bei kennzeichenmässigem Gebrauch voraus. (..). Massgebend ist, ob mit der Verwendung eines ähnlichen oder gleichlautenden Namens für eine Internetseite durch einen schlechter Berechtigten die Gefahr von Fehlzurechnungen der Internetseite geschaffen wird, d.h. einer Fehlidentifikation der hinter der Internetseite stehenden Person, oder falsche Zusammenhänge vermutet werden. Es genügt auch die Gefahr einer bloss vorläufigen Fehlzurechnung, welche zur Folge hat, dass es zu ungewollten Zugriffen auf der Internetseite durch Personen kommt, die die Homepage des berechtigten Namensträgers besuchen wollten. (...).

Der Begriff „Ascona Locarno“ wird vom Publikum gemeinhin mit Tourismus in Verbindung gebracht. Zudem handelt es sich bei „Ascona Locarno“ um eine bekannte Fremdenverkehrs-Region. Die Gesuchsgegnerin verbreitet unter dem Domain-Namen <ascona-locarno.ch> touristische Angebote. Die Gesuchstellerin, welche ihre touristischen Angebote unter anderem über das Internet verbreitet, nutzt den im Zusammenhang mit der von ihr registrierten Marke ASCONA LOCARNO stehenden Domain-Namen <ascona-locarno.com>. Es ist naheliegend, dass Interessenten für touristische Angebote unter dem strittigen Domain-Namen <ascona-locarno.ch>, der die Markenbestandteile von ASCONA LOCARNO beinhaltet, sowohl Werbung als auch Angebote für den Fremdenverkehr erwarten. Die Verwendung der Bezeichnung „Ascona-Locarno“ ohne präzisierenden Zusatz erweckt demzufolge beim Nutzer den Eindruck einer offiziellen Tourismusorganisation.

Vorliegend dürfte der durchschnittliche Nutzer mit dem strittigen Domain-Namen <ascona-locarno.ch>, der sich lediglich durch die Endung „.ch“ von dem durch die Gesuchstellerin verwendeten Domain-Namen unterscheidet, offizielle Fremdenverkehrsangebote assoziieren, zumal die Endung „.ch“ für die Schweiz steht.

Insofern schafft die Gesuchsgegnerin mit der Verwendung des in Frage stehenden Domain-Namens nicht nur eine Verwechslungsgefahr. Vielmehr profitiert sie auch vom Ruf der Marke ASCONA LOCARNO und beutet diesen bewusst aus.

Der strittige Domain-Name <ascona-locarno.ch> setzt sich aus zwei Ortsnamen zusammen und bezeichnet kombiniert eine geografische Region. Die Verwendung einer gemeinfreien geografischen Bezeichnung steht nach den allgemeinen kennzeichenrechtlichen Grundsätzen jedem Wettbewerbsteilnehmer offen (BGE 126 III 239, E 3b).

Die Registration eines Domain-Namens führt zur Monopolisierung desselben. Es besteht jedoch kein vorbehaltsloses Recht am registrierten Domain-Namen des Erstanmelders in Bezug auf geografische Namen. Es ergeben sich Schranken in verschiedener Hinsicht. Einerseits darf die gemeinfreie Bezeichnung nicht in einer Konkurrenzbezeichnung geführt werden, sofern die Bezeichnung durch langjährigen Gebrauch zum Individualzeichen geworden ist. Andererseits ist die Verwendung einer gemeinfreien Bezeichnung verboten, wenn damit eine Verwechslungsgefahr geschaffen wird und dieser nicht mittels Zusätzen oder auf andere angezeigte Weise entgegen gewirkt wird (BGE 126 III 239, E. 3b; BGE 117 II 199, E. 2).

Vorliegend ist eine Verwechslungsgefahr geschaffen (s.o.) der nicht durch Zusätze oder auf andere Art und Weise von der Gesuchsgegnerin entgegengewirkt wird.

Eine Verletzung von Treu und Glauben und das unlautere und widerrechtliche Verhalten der Gesuchsgegnerin verstossen gegen Art. 2 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 lit. d UWG. Eine Verletzung des Kennzeichenrechts nach Paragraph 24(d)(i) des Verfahrensreglements ist gegeben.

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WIPO vom 30.01.2015, DCH2014-0025
KEYTRADER / Key Trade Bank Software (Kl.9), Finanzdienstleistungen (Kl.36), Dienstleistungen der Telekommunikation (Kl.38), Verschaffen des Zugriffs auf Datenbanken (Kl.38) / Bankdienstleistungen (Kl.36), Finanzdienstleistungen (Kl.36) HG AG

[Über Jahre stritten sich die UBS und die Keytrade Bank SA (Crédit Agricole) in mehreren Rechtsstreitigkeiten unter firmen-, marken- und lauterkeitsrechtlichen Aspekten unter anderem über die Verwendung der Bezeichnungen KEYTRADER und KEYTRADE . Zuletzt entschied das Bundesgericht (BGE 140 III 297), dass dem Zeichen KEYTRADER für den Finanzbereich keine Unterscheidungskraft und damit kein Markenschutz zukommt.]

In Beurteilung der lauterkeitsrechtlichen Seite des Falles kommt das Handelsgericht Aargau zum Schluss, dass sich das Zeichen KEYTRADER im Finanzbereich durchgesetzt hat und entsprechend als kennzeichnungskräftiges Zeichen lauterkeitsrechtlichen Schutz in Anspruch nehmen kann. Gestützt auf diese Feststellung urteilt das Gericht, dass eine lauterkeitsrechtliche Verwechslungsgefahr zwischen KEYTRADER und den folgenden Zeichen besteht: (a) KEYTRADE in Alleinstellung, (b) KEYTRADE mit den Zusätzen BANK und/oder PRO, ID bzw. MOBILESITE und (c) KEYTRADE in Kombination mit gewissen Grafik- und Wortelementen (vgl. nebenstehende Abbildung). Keine Verwechslungsgefahr besteht dagegen gegenüber der Firma "STRATEO, Genève, Succursale de Keytrade Bank SA, Bruxelles", da in dieser Firma der Bestandteil STRATEO hervorsticht.

Aus der Tatsache eines ungültigen Markenschutzes darf nicht direkt auf fehlenden UWG-Schutz geschlossen werden: "Der Richter hat im Einzelfall zu untersuchen, ob die Interessen, deren Berücksichtigung zu einem fehlenden Immaterialgüterrechtsschutz geführt haben, auch unter lauterkeitsrechtlichem Blickwinkel vorzugswürdig sind."

Ein Gericht ist im Rahmen seiner Beweiswürdigung nicht an die Ergebnisse einer demoskopischen Umfrage gebunden. "Vielmehr ist es seine Aufgabe, die Eignung des Gutachtens zu prüfen (...). Aber selbst die korrekt erhobene Umfrage nimmt dem Gericht nicht die Aufgabe der Entscheidfindung ab; ein gewisses Mass an wertender Entscheidung verbleibt immer. In diesem Zusammenhang ist (...) zu beachten, dass bei der Beurteilung der Verkehrsdurchsetzung eines Zeichens nicht auf das Erreichen starrer Prozentgrenzen abzustellen ist, sondern die im Einzelfall konkreten Umstände bezüglich der Bekanntheit in einem bedeutenden Teil des massgebenden Publikums relevant sind."

Ist eine demoskopische Umfrage innerhalb eines überaus spezialisierten Verkehrskreises durchzuführen, kann eine Stichprobengrösse von rund hundert Interviews eine hinreichende Grundlage bilden.

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HG AG vom 19.01.2015, INGRES-News 5/2015, HOR.2010.20
AQUATERRA Travel (fig.) / AQUA-TERRA TRAVEL Veranstaltung von Reisen (Kl.39) / Veranstaltung von Reisen (Kl.39) OG LU

Die Verwendung der Bezeichnung "Aqua-terra Travel" als Google-Adword und als Titel der Google-Anzeige verletzt die Rechte an der Wort/Bildmarke "AQUATERRA Travel (fig.)", da die Parteien in der gleichen Branche und im gleichen Marktsegment tätig sind.

Bei Leistungsklagen nach MSchG 55 unterliegen Organe einer juristischen Person (Verwaltungsräte, Direktoren, Prokuristen usw.) den gleichen Ansprüchen wie die juristische Person selbst. Leistungsklagen können entsprechend sowohl gegen die Organe allein als auch in passiver Streitgenossenschaft mit der juristischen Person erhoben werden.

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OG LU vom 09.01.2015, INGRES-News 5/2015, DOK 000 006 302
SHOP4 / shop4.ch Werbung (Kl.35), Entwurf und Entwicklung von Computerprogrammen (Kl.42) / Schuhwaren (Kl.25) WIPO

The Claimant is the owner of a Swiss trademark for SHOP4 covering various advertising and software related services in classes 35 and 42 ("the Trademark") which was registered on January 19, 2010.

A company affiliated with the Claimant (Internet Explorer GmbH which is managed and controlled by the same person and of which the Claimant is a partner – "Gesellschafter") was the owner of the Domain Name until July 21, 2014 until that company lost the Domain Name because of apparent problems of communication with SWITCH which caused the renewal payment to be late.

The Domain Name was registered on August 5, 2014. It resolves to a website on which sport shoes are offered for sale and redirects to another domain name for this purpose (i.e. ) which reflects the NIKE trademark, whereby shoes of different brands are offered for sale on this website (i.e. NIKE and BIRKENSTOCK).

In this case, the Domain Name is identical to the Claimant's Trademark and is being used in connection with certain goods (i.e. as an online platform to sell sport shoes) which are not identical to those claimed in the Claimant's Trademark (which are services in classes 35 and 42), and for which the similarity is not obvious.

 

In any case, in this Expert's view, the Respondent's conduct violates the Swiss Unfair Competition Act (UCA). The Respondent's action of registering the Domain Name immediately after a company affiliated to the Claimant lost the registration of the Domain Name because of an error during the renewal process, amounts to an unfair and unlawful practice within the meaning of Article 2 UCA in the circumstances of this case. See by analogy Marlow Foods Ltd Limited Company v. Eginhard Thoelken, WIPO Case No. DCH2010-0013.

While the "first come, first served" rule applies for ".ch" domain names as provided by article 2.2 of the General Terms and Conditions (GTC) for the registration and administration of domain names under the domain ".ch" and ".li", this Expert notes that this rule does not and cannot prevent from holding that the registration and use of a domain name can constitute a violation of third party rights in certain circumstances. See Vattenfall AB v. Roger Lundmark, WIPO Case No. DCH2009-0021.

In this case, the Expert notes that a company affiliated with the Claimant was the registrant of the Domain Name until July 2014 (when a clerical error resulted in its lapse) and that the Claimant is the legitimate owner of a trademark for SHOP4 in Switzerland since 2010 (i.e. the Trademark) that is reflected in the Domain Name.

The Expert further notes that the Respondent has not participated in these proceedings and that it has not conclusively pleaded and proven any relevant grounds for defense in this case as requested under paragraph 24(d) of the Rules of Procedure. No justifiable reasons have been brought forward by the Respondent in order to justify its conduct, particularly about the choice to register the Domain Name (which corresponds exactly to the Trademark registered by the Claimant in Switzerland) very shortly after it was available for registration (because of the clerical error in the renewal process). In addition, this Expert notes that the Respondent could not be reached by the Claimant under the registered WhoIs contact information which corroborates further the impression of unfair conduct in this case.

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WIPO vom 26.12.2014, DCH2014-0021
six / SIXX Sonnenbrillen (Kl.9), Schmuck (Kl.14), Foulards (Kl.25) / Brillen (Kl.9), optische Apparate und Instrumente (Kl.9), Edelsteine, Uhren, Waren aus Edelmetall, Schlüsselanhänger und Juwelierwaren (Kl.14), Stoffe (Kl.24), Textilien (Kl.24), Vorhänge (Kl.24), Kleider (Kl.25), Kopfbedeckungen (Kl.25), Leder- und Stoffgürtel (Kl.25), Schuhwaren (Kl.25) BVGer

[Das IGE hatte die Widersprüche mangels rechtserhaltendem Gebrauch der Widerspruchsmarke abgewiesen. Auf Beschwerde hin hob das BVGer die Verfügung auf und bejahte den Gebrauch für einen Teil der Waren, u.a. Sonnenbrillen, Uhren und Schmuck. Das IGE hiess daraufhin die Widersprüche teilweise gut. Eine dagegen gerichtete Beschwerde weist das BVGer teilweise wegen fehlender Warengleichartigkeit gut und weist sie im übrigen ab:]

Gewöhnliche Korrekturbrillen werden von Privaten selten gekauft. Der Kauf ist mit einem erheblichen Anpassungsaufwand verbunden. Entsprechend werden sie mit erhöhter Aufmerksamkeit erworben (...). Bei Sonnenbrillen handelt es sich hingegen um Massenartikel, bezüglich welcher bei privaten Käufern von einer reduzierten Aufmerksamkeit auszugehen ist. Beim Kauf von Sonnenbrillen mit einer Sehkorrektur besteht hingegen, wie bei gewöhnlichen Korrekturbrillen, eine erhöhte Aufmerksamkeit der Nachfrager. Bijouterie Modeartikel, Modeaccessoires und ähnliches (Klasse 14) sind Artikel, bei welchen das breite Publikum die Abnehmer sind (...). Bei privaten Käufern ist grundsätzlich von einer durchschnittlichen Aufmerksamkeit auszugehen, während bei Fachhändlern eine erhöhte Aufmerksamkeit besteht (...). Gemäss Rechtsprechung kann beim Kauf von Kleidern davon ausgegangen werden, dass diese vor dem Kauf meist anprobiert und daher mit grösserer Aufmerksamkeit geprüft werden (...). Bei Kopf- und Halstüchern, Stolen und Boas (Klasse 25) handelt es sich um Bekleidungsstücke im weiten Sinn, bei denen von einer erhöhten Aufmerksamkeit auch der Durchschnittskonsumenten ausgegangen werden kann.

Zahlenworte oder Ziffern können durchaus Markenschutz beanspruchen solange sie im Zusammenhang mit den beanspruchten Waren und Dienstleistungen nicht über einen beschreibenden Sinngehalt verfügen (...). So hat beispielsweise das Bundesverwaltungsgericht und die eidgenössische Rekurskommission für Geistiges Eigentum (RKGE) bezüglich der Ziffer 7 bzw. dem Zahlenwort seven bereits mehrfach festgehalten, dass dieser Ziffer bzw. dem Zahlenwort in Verbindung mit Waren der Klasse 18 kein beschreibender Sinngehalt zukommt und sie zudem über einen normalen Schutzumfang verfügt (...). Auch vorliegend hat die Widerspruchsmarke SIX (fig.) in Bezug auf die relevanten Waren der Klassen 18 und 25 keinen beschreibenden Charakter. Ein solcher wird von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht.

 

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BVGer vom 05.12.2014, B-5312/2013, B-5313/2013
OSCAR / Oscar del Vino production et distribution de programmes audiovisuels (Kl.41), Unterhaltungsdienstleistungen (Kl.41) / Unterhaltungsdienstleistungen (Kl.41) HG ZH

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, Veranstalterin der weltberühmten "OSCAR"-Preisverleihung und Inhaberin der Marke OSCAR, klagte vor dem Zürcher Handelsgericht gegen den italienischen Fernsehsender RAI auf Unterlassung. Sie brachte vor, RAI verstosse durch die Ausstrahlung (bzw. das Ausstrahlenlassen) der Fernsehunterhaltungsshows "Oscar del Vino", "La Kore Oscar della Moda" sowie "Oscar TV", in welchen Preise in der Wein-, Mode- und Fernsehbranche verliehen werden, sowohl gegen Marken- als auch Lauterkeitsrecht.

Das Handelsgericht bejaht eine Markenverletzung. Ein dreijähriges Zuwarten mit der Einreichung der Klage führt in casu nicht zu einer Verwirkung, "zumal es sich vorliegend um nur einmal jährlich ausgestrahlte Fernsehsendungen handelt". Durch die Ausstrahlung der Oscar-Preisverleihung in die Schweiz und die Berichterstattung in den Schweizer Medien ist der Gebrauch der Marke OSCAR nachgewiesen: "Darauf, dass die Veranstaltung selber nicht in der Schweiz stattfindet, kommt es nämlich nicht an."

Der Begriff OSCAR ist nicht zum Freizeichen degeneriert, da er "notorischerweise kein Synonym für 'Preisverleihung', 'Auszeichnung' oder 'Preis' darstellt". OSCAR ist im Zusammenhang mit Unterhaltungsdienstleistungen (Klasse 41) keine schwache Marke, zumal die "Oscars" vom Schweizer Fernsehpublikum unmittelbar mit den verliehenen Filmpreisen der Klägerin in Verbindung gebracht werden.

Zwischen der Marke OSCAR und den Titeln der streitgegenständlichen TV-Sendungen besteht Verwechslungsgefahr, zumal es sich bei den Zusätzen "del Vino", "La Kore [...] della Moda" und "TV" um offensichtliche Sachbezeichnungen für Wein, Mode und Fernsehen handelt. RAI steht, auch für den Fall, dass gewisse Sendungen des Senders bereits in den 60er Jahren in der Schweiz hätten empfangen werden können, kein Weiterbenützungsrecht zu. Allgemein besteht nämlich keine hinreichende schweizerische Marktpräsenz, wenn Dienstleistungen (hier TVSendungen) in mehr zufälliger als kontrollierter Weise dem Schweizer Publikum zugänglich gemacht werden. Aus einem rein "sendetechnischen Spill-over", d.h. aus der Tatsache allein, dass eine früher nur in Italien ausgestrahlte Sendung auch in Teilen des Tessins empfangen werden konnte, kann nicht die Absicht eines Gebrauchs in der Schweiz abgeleitet werden.

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HG ZH vom 05.12.2014, HG060392-O; INGRES-News 4/2015
Winston BLUE Box / fx Verpackung Zigaretten (Kl.34) / Tabakwaren (Kl.34) BVGer

[Die Japan Tobacco Inc, Inhaberin der beiden älteren Marken "Adler" und "Winston Box" erhob gegen die Eintragung der rechts abgebildeten "FX Verpackung" der Harrington Development Inc. erfolgreich Widerspruch. Das BVGer bestätigt den Entscheid des IGE:

Das Bundesverwaltungsgericht hält zunächst fest, dass es sich vorliegend um gleiche bzw. gleichartige Waren handele (insbesondere Zigaretten). Es bejaht sowohl eine (zumindest leichte) visuelle als auch eine (gewisse) semantische Ähnlichkeit zwischen den Widerspruchs- und der angegriffenen Marke. Das Bildelement (Raubvogel) der angegriffenen Marke sei nicht eine eigene und autonome Darstellung eines abstrakten Motivs, sondern eine einfache Adaption des Bildelements der Widerspruchsmarke 1. Japan Tobacco habe zudem den intensiven Gebrauch der Widerspruchsmarke 1 sowohl in der Schweiz als auch weltweit aufzeigen können (intensive Bewerbung von Produkten der Marke Winston; Marktanteil in der Schweiz von 8,1%). Da es sich bei der Widerspruchsmarke um eine Bildmarke (Weisskopfseeadler) handelt, profitiere sie mindestens von einem normalen Schutzbereich. Ob hier ein erweiterter Schutzbereich der Widerspruchsmarke vorliegt, sei nicht zu prüfen, da die Unterschiede zwischen den Marken nicht ausreichen, um die Zeichen unterscheiden zu können. Schliesslich könne nicht ausgeschlossen werden, dass der relevante Verkehrskreis – auch wenn er die Zeichen unterscheiden kann – davon ausgeht, dass eine Verbindung bestehe.

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BVGer vom 25.11.2014, B-3812/2012
BÜBCHEN / bubchen.ch Kl.3, Kl.5 / inaktiver Domainname (Kl.38) WIPO

The Claimant is the owner of several BÜBCHEN trademarks for baby care products. "Bübchen" products have been exported to Romania since 1997. They were distributed by the Respondent, in particular through a distribution agreement executed with Nestlé Deutschland AG, an associated company of the Claimant.

Despite the official termination of the distribution agreement as of March 2012 and the fact that the Respondent ceased purchasing Bübchen products from Nestlé Deutschland AG as of March 2013, the Claimant ascertained that the Respondent was operating its e-shop under the domain name <bubchen.ro> and offering for sale a variety of products, not limited to Bübchen products.

The Respondent registered the disputed domain name <bubchen.ch> without authorization of the Claimant or its associated companies on November 14, 2013, after receipt from the Claimant of a Cease and Desist letter demanding to refrain from using the domain name <bubchen.ro> and its transfer to the Claimant.

[Verfahrenssprache:]

In the present case, the contractual language selected by the Respondent according to SWITCH is German, but the Claimant requested that the language of the proceedings be English.

The Claimant has proven that the Respondent perfectly understands, is perfectly fluent and it is able to correspond in English, as demonstrated by the fact that English was adopted for the distribution agreement executed between the Claimant's associated company "Nestlé Deutschland AG" and the Respondent. Besides, the fact that the Respondent specifies on its LinkedIn profile that he speaks English, also speaks in favor of avoiding the costs and time necessary for the translation into German of the Request and of its annexes.

Taking all circumstances of these dispute resolution proceedings into account (cf. paragraph 7(a) of the Rules of Procedure), it would appear unnecessary to have the Request translated into German, since the Expert assumes that the Respondent understands English. In light of this, and considering that the Center has appointed an Expert familiar with both English and German languages, it seems reasonable for this Expert that the language of the proceeding is English.

[Anspruch auf Übertragung:]

Article 4 of the Swiss Trademark Act (the "TMA") foresees that "[T]rade marks registered in the name of agents, representatives or other authorised users without the consent of the proprietor, or trademarks which remain entered in the Register after the withdrawal of such consent, are also not protected (sic)". While this Expert notes that the above article is applicable during a distribution agreement this set of rules would also apply in this present case where the distribution agreement is terminated.

Furthermore, on the basis of article 13 of the TMA, the Swiss Federal Supreme Court recognized that domain names are comparable to personal names, business names, and trademarks and therefore can be regarded as distinctive signs (DFT 126 III 239, 244, <berneroberland.ch>); by analogy, domain names registered by a distributor without the consent of the trademark proprietor are not protected (see Kambly SA Spécialités de Biscuits Suisses v. Swiss Connection Inc. WIPO Case No. D2003-0983).

The Expert finds, based on articles 4 and 13 of the TMA, that the registration by the Respondent of the disputed domain name constitutes a clear infringement under Swiss Law.

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WIPO vom 19.11.2014, DCH2014-0019
TUI Holly / HollyStar Kl.35, Kl.39, Reservation und Buchung von Reisearrangements über Telefon oder Internet (Kl.39), Veranstaltung von Reisen (Kl.39), Kl.41 / Kl.35, Kl.36, Kl.41, Unterhaltungsdienstleistungen (Kl.41) BVGer

Mit Verfügung vom 26. Juni 2013 stellte die Vorinstanz fest, die Einrede des Nichtgebrauchs sei unzulässig. Mit Verfügung vom 26. September 2013 hiess sie den Widerspruch teilweise gut, nämlich für alle eingetragenen Dienstleistungen der Klassen 35, 36 und 41.

Zur Begründung erläuterte sie, die eingetragenen Dienstleistungen beider Marken in diesen Klassen seien gleich oder gleichartig; die Zeichen ähnlich, da insbesondere ein Zeichenbestandteil ("Holly") unverändert in die jüngere Marke übernommen sei und in beiden Zeichen als selbständiges Element diene. Das beigefügte Zeichenelement "Star" in der angegriffenen Marke sei kennzeichnungsschwach. Auf der Ebene des Sinngehalts seien deshalb keine genügenden Abweichungen vorhanden, um die schriftbildliche und phonetische Ähnlichkeit zu kompensieren. Die Zeichen seien verwechselbar.

[Das BVGer hebt teilweise auf - keine Gleichartigkeit der DL in Klasse 36 - und bestätigt im Übrigen:]

Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Wort "TUI" sei als Hauptbestandteil der Widerspruchsmarke anzusehen, da es auch in weiteren Marken der Widersprechenden wie "TUI Cars", "TUI Hotels", "TUI Travel", "TUI Cruises" usw. vorkomme. Damit nimmt sie, im Sinne eines Umkehrschlusses gegen einen Schutz der Widerspruchsmarke, was die Übernahme von deren Bestandteil "Holly" betrifft, implizit auf die Praxis zum Schutz von Serienmarken im Rahmen der Beurteilung der Verwechslungsgefahr Bezug.

Die Berücksichtigung von Serienmarken durchbricht aus Gerechtigkeitsüberlegungen, wie der Schutz bekannter Marken (vorne, E. 3.5.1), das Konzept der Verwechslungsgefahr, soweit dieses auf der Wahrnehmung, Erwartung und Aufmerksamkeit der Verkehrskreise aufbaut. So wird bekannten Marken zum Schutz der durch aktive und aufwändige Kommunikation erworbenen Kennzeichnungskraft selbst dann ein erweiterter Schutzumfang gewährt, wenn die überdurchschnittliche Wiedererkennung ihrer Marke eine rein wahrnehmungsbezogene Verwechslung mit dem anderen Zeichen gerade verhindert und die Bekanntheit somit eigentlich ein Argument gegen und nicht für die Annahme einer unmittelbaren Verwechslung darstellen würde (...). Diese erhöhte Schutzwirkung gilt auch für die Übernahme von Serienmarkenbestandteilen (Joller, a.a.O., Art. 3 N. 78), lässt sich aber nicht zum Nachteil eines wenig bekannten Markenbestandteils der Widerspruchsmarke umkehren, der mit dem bekannten Bestandteil kombiniert wird. Die Markenserie würde sonst, wie eine allfällige Bekanntheit von "TUI", welche die Parteien vorliegend allerdings nicht geltend machen, für den Inhaber zur unerwünschten Belastung. Bei Marken, die aus einem erhöht schutzwürdigen und einem unbekannten Bestandteil zusammengesetzt sind, kann die vor Verwässerung geschützte Unterscheidungsfunktion darum, was den unbekannten Bestandteil betrifft, nicht zu einer reziprok reduzierten Unterscheidbarkeit führen. Die Marke ist vielmehr ohne nachteiligen Einfluss des schutzwürdigeren Elements auf ihre Kennzeichnungskraft zu prüfen.

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BVGer vom 14.11.2014, B-6103/2013
TSARINE / CAVE TSALLIN alkoholische Getränke (ausser Bier) (Kl.33) / alkoholische Getränke (ausser Bier) (Kl.33) BVGer

Dem vorliegenden Verfahren ging ein Markenwiderspruch der Beschwerdegegnerin gegen eine frühere Registrierung CH 595'515 Cave Tsalline (fig.) der Beschwerdeführerin voraus, dessen Gutheissung durch die Vorinstanz das Bundesverwaltungsgericht am 3. Januar 2012 bestätigte (Urteil Nr. B-1396/2011).

Wenig überraschend wird auch der Widerspruch gegen CAVE TSALLIN gutgeheissen.

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BVGer vom 07.11.2014, B-1297/2014
APRIL / april-kaution.ch Versicherungswesen (Kl.36) / Registrierung von Domainnamen (Kl.38) WIPO

[Der Gesuchsgegner hatte zahlreiche Domainnamen mit dem Bestandteil APRIL und weitere Versicherungs-Marken registriert. Diese verwiesen auf eine Seite zur Registrierung von Domainnamen. Mangels Gleichartigkeit der angebotenen Dienstleistungen verneint der Experte eine markenrechtliche Verwechslungsgefahr. Jedoch ist das Verhalten unlauter:]

Selon la doctrine suisse, l’enregistrement de noms de domaine incorporant la marque d’un tiers peut constituer une entrave déloyale, la décision pouvant être basée sur des éléments objectifs et/ou subjectifs. Le Requérant possède le nom de domaine <april.ch> et n’est donc pas empêchée de déployer ses activités sur le marché suisse en utilisant un nom de domaine sous l’extension générique “.ch”. Cela étant, il serait parfaitement légitime que le Requérant souhaite exploiter d’autres noms de domaine, par exemple les noms de domaine litigieux, notamment pour augmenter sa visibilité sur Internet. De plus, le fait de l’enregistrement inactif des noms de domaine litigieux pourrait envoyer un signal erroné et indésirable aux Internautes et constitue pour le moins une gêne. Objectivement, selon l’expert, il existe donc une entrave à la concurrence, même si elle ne saurait être qualifiée de grave. Cela étant, l’importance de l’entrave objective est moindre lorsque l’intention (subjective) d’entraver le titulaire de la marque dans ses activités commerciales est manifeste, ce qui est notamment le cas lorsque l’enregistrement des noms de domaine a lieu sans motif digne de protection et visiblement au détriment d’un tiers (Tribunal du commerce de Zurich eu 18 décembre 2001, “volvo-ankauf.ch”, ZR 101 (2002), 51). L’enregistrement d’une multitude de noms de domaine incorporant la marque d’un tiers est un indice clair pour cet expert de l’intention d’entraver son concurrent (...).

En l’occurrence, l’inscription de 47 noms de domaine incorporant la marque APRIL par le Défendeur constitue un tel indice pour cet expert. De plus, le Défendeur admet ouvertement dans sa réponse qu’il agit dans un but de nuire, en indiquant qu’il a enregistré les noms de domaine litigieux dans un but défensif, à savoir pour éviter qu’un prétendu plagiat ne soit diffusé, et non pas pour une activité commerciale légitime.

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WIPO vom 03.09.2014, DCH2014-0012
LAND ROVER / LAND GLIDER Motorfahrzeuge (Kl.12) / Motorfahrzeuge (Kl.12) BVGer

[Das IGE hatte den Widerspruch abgewiesen. Das BVGer heisst ihn gut:]

In Bezug auf die Bekanntheit der Widerspruchsmarke ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass diese im Zusammenhang mit Landfahrzeugen - insbesondere Allradfahrzeugen - notorisch ist, handelt es sich doch bei "Land Rover" um eine der ältesten Marken für Allradfahrzeuge, deren hinreichende Gebrauchsintensität ausser Frage steht. Dabei ist das Fahrzeug nicht als "Rover" sondern als "Land Rover" bekannt. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz (...) schadet die Tatsache, dass der einzelne Begriff "Land" im Zusammenhang mit Landfahrzeugen womöglich als beschreibend qualifiziert werden kann, weder der Kennzeichnungskraft der Widerspruchsmarke als Ganzes (...) noch deren Bekanntheit. Im Übrigen ändert daran auch nichts, dass das Markenportfolio der Beschwerdeführerin u.a. die Marken "Range Rover" und "Rover" umfasst (...), wobei offen bleiben kann, inwiefern der Endkonsument weiss, dass ein "Rover" nicht ein "Land Rover" und ein "Range Rover" eigentlich nur ein Modell des Land Rovers ist. Der Widerspruchsmarke als Ganzes ist daher im Zusammenhang mit den von ihr beanspruchten Landfahrzeugen eine gesteigerte Kennzeichnungskraft und damit ein erhöhter Schutzumfang zuzusprechen.

[Autos werden mit erhöhter Aufmerksamkeit gekauft.]

Im Sinne einer gesamthaften Würdigung kann nach dem Gesagten festgestellt werden, dass aufgrund der engen Gleichartigkeit der jeweils beanspruchten Waren, der vorhandenen Ähnlichkeiten im Vergleich der Zeichen insgesamt (...) sowie des erhöhten Schutzumfanges der Widerspruchsmarke sich die Anforderungen an den Zeichenabstand erhöhen. Zwar ist davon auszugehen, dass die massgeblichen Abnehmer bei der Betrachtung der Marken im Zusammenhang mit den beanspruchten Waren eine erhöhte Aufmerksamkeit walten lassen (vgl. E. 7.2 hiervor). Dieses Kriterium und die festgestellten Unterschiede im Sinngehalt genügen aber aufgrund des erhöhten Schutzumfanges der Widerspruchsmarke sowie der festgestellten Gleichartigkeit der Waren nicht, um eine Verwechslungsgefahr zu bannen (...). So besteht insbesondere die Gefahr, dass die Abnehmer im Zusammenhang mit den beanspruchten Fahrzeugen in der angefochtenen Marke eine Variante der Widerspruchsmarke vermuten und damit fälschlicherweise auf wirtschaftliche Zusammenhänge zwischen beide Marken schliessen.

7.4 Schliesslich kann auch das von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte Argument, die Gefahr einer Verwechslung könne ausgeschlossen werden, weil weitere Automarken den Begriff "Land" enthielten, nicht gehört werden. Ihrer Meinung nach deutet dies darauf, dass die Widerspruchsmarke deren Existenz geduldet habe und das Element "Land" somit verwässert worden sei. Diesem Einwand kann nicht gefolgt werden, denn selbst die mehrfache Registrierung eines Zeichenelementes führt noch nicht automatisch zu einer Verwässerung (...). Vielmehr muss diese in der Wahrnehmung der Abnehmer nachgewiesen sein (...). Vorliegend fehlt ein solcher Nachweis. 

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BVGer vom 28.07.2014, B-4829/2012
EMIC / EMC Kl.9, Kl.16, Kl.36, Kl.37, Kl.41, Kl.42 / Kl.9, Kl.16, Kl.42 BVGer

Das IGE wies alle Widersprüche ab. Sie bejahte zwar bis auf Klasse 35 die Gleichartigkeit der Waren und Dienstleistungen sowie die Zeichenähnlichkeit, war aber der Ansicht, dass der zusätzliche Vokal I die angefochtene Marke deutlich verändern würde. Weiter könne diese im Unterschied zur Widerspruchsmarke als Wort gelesen werden und das Publikum könne sich Akronyme besonders gut einprägen, weshalb kleine aber deutliche Unterschiede besonders ins Gewicht fielen.

Das Bundesverwaltungsgericht heisst die Beschwerde gut. Es führt aus, dass es in casu für das Bestehen der Gleichartigkeit in einer bestimmten Klasse reicht, wenn mindestens einer der drei Widerspruchsmarken für eine gleiche oder gleichartige Ware oder Dienstleistung wie die angefochtene Marke registriert ist. Weiter bejaht das Bundesverwaltungsgericht die Gleichartigkeit und Gleichheit der Waren und Dienstleistungen und zwar auch in Bezug auf die Dienstleistungen aus Klasse 35. Bezüglich der Zeichenähnlichkeit wird ausgeführt, dass sich die optische Ähnlichkeit bereits aus der Übernahme aller in den Widerspruchsmarken enthaltenen Buchstaben ergibt und der zusätzlich verwendete Buchstabe I der angefochtenen Marke daran ebenso wenig ändere, als dass er gleich neben dem Buchstaben M folgend platziert sei und so optisch zu verschmelzen droht. Aufgrund der Übernahme wird auch zumindest eine entfernte phonetische Ähnlichkeit bejaht. Zudem würden beide Zeichen keinen spontan erkennbaren und verständlichen Sinngehalt aufweisen.

Das BVGer bejaht eine Verwechslungsgefahr bereits bei einem normalen Schutzumfang der Widerspruchsmarke und sieht daher von einer Überprüfung eines erhöhten Schutzumfang der Widerspruchsmarke durch intensive Nutzung ab. Der zusätzlich verwendete Buchstabe I der angefochtenen Marke vermöge die Verwechslungsgefahr nicht zu bannen. Dies insbesondere auch daher, weil das I an dritter Stelle eine Konstellation ergebe, die sich von der Widerspruchsmarke zu wenig unterscheide. 

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BVGer vom 18.07.2014, B-597/2013, B-601/2013, B-602/2013
TECHCRUNCH / techcrun.ch Kl.35, Kl.41, Kl.42 / inaktiver Domainname (Kl.38) WIPO

Der Gesuchsteller veröffentlicht unter dem Domain-Namen <techcrunch.ch> einen Blog über Informationstechnologie. Der Gesuchsteller ist Inhaber der Schweizer Marke TECHCRUNCH (Nr. 654081), die am 23. September 2013 hinterlegt wurde und in den Klassen 35, 41 und 42 eingetragen ist.

Der Gesuchsgegner hat am 8. Oktober 2013 den Domain-Namen registriert, jedoch keine Internetseite aufgeschaltet. Er bietet den Domain-Namen auf der Handelsplattform Sedo zum Verkauf an.

Der Domain-Name ist mit dem Namen und der eingetragenen Marke des Gesuchstellers praktisch identisch. Der Punkt vor der Endung „ch“ vermag eine Verwechslungsgefahr nicht zu beseitigen.

Nach Art. 29 Abs. 2 ZGB kann, wer dadurch beeinträchtigt wird, dass ein anderer sich seinen Namen anmasst, auf Unterlassung dieser Anmassung klagen. Es können sich sowohl private als auch juristische Personen auf das Namensrecht stützen (BGE 128 II 353 4). Voraussetzung hierfür ist das Vorliegen einer unbefugter Namensanmassung, das heisst eine Beeinträchtigung rechtlich schützenswerter Interessen (BGE 112 II 371 E. b). Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn die Aneignung seitens eines Dritten die Gefahr einer Verwechslung bewirkt (BGE 112 II 369). Dabei genügt die blosse Gefahr einer Verwechslung (BGE 128 III 353), eine tatsächliche Verwechslung ist hingegen nicht erforderlich (BGE 102 II 167 E. a). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt nicht nur die unberechtigte Verwendung des vollen Namens als Namensanmassung, sondern bereits die Übernahme des Hauptbestandteils (BGE 102 II 166).

Der Gesuchsteller kann sich als juristische Person auf das Namensrecht stützen. Der Gesuchsteller wird durch diese Anmassung seitens des Gesuchsgegners beeinträchtigt. Die Verwendung des Domain-Namens ist geeignet, bei einem durchschnittlichen Internet-User die Gefahr einer Verwechslung hervorzurufen. Das Einfügen des Punktes vor der Endung „ch“ vermag die Verwechslungsgefahr nicht zu beseitigen. Beim Aufruf der Seite „www.techcrun.ch“, erscheint ein Pop-up, dass die Seite nicht gefunden werden könne. Dadurch entsteht das Risiko einer Verwechslung, da ein potentieller Seitenbesucher annehmen könnte, die Seite „www.techcrunch.ch“ existiere nicht mehr. Somit ist die Verwendung des Namens unbefugt und der Gesuchsteller hat Anspruch auf Unterlassung dieser Anmassung.

Da eine Namensrechtsverletzung gegeben ist, kann es vorliegend offengelassen werden, ob auch eine Verletzung der Marke des Gesuchstellers vorliegt.

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WIPO vom 12.06.2014, DCH2014-0010
Artic / ARCTIC VELVET NOTHING COCKTAIL Wodka (Kl.33) / alkoholische Getränke (ausser Bier) (Kl.33), Wodka (Kl.33) BVGer

[Wie das IGE heisst auch das BVGer den Widerspruch gut:]

Das BVGer stellt fest, dass die Marke „ARTIC“ von einen verbalen und bildnerischen Element charakterisiert sei (Bär) welche der Marke eine eigene Identität verschaffen. Da aber im kommerziellen Verkehr das Zielpublikum sich hauptsächlich auf das verbale Element abstellt, muss hauptsächlich auf die Elemente „ARTIC“ und „Arctic“ abgestellt werden. Gem. einem generellen Prinzip, achtet der Konsument spezieller Weise auf dem Anfang einer Marke i.S. ihres charakteristischen Teils. Das BVGer stellt fest, dass die ergänzenden Elementen „Velvet“, „Nothing“ und „Cocktail“ keine starke Charakterisierung zukommt. Denn alle drei sind bloss beschreibender Natur und beinhalten Angaben bzgl. der Qualität der Produkte der Klassen 32 und 33. Der Hauptunterschied zwischen den zwei Marken besteht lediglich in der Benutzung des Buchstaben „c“ zwischen den Buchstaben „r“ und „t“, welcher nicht als massgebend bezeichnet werden kann, um den Gesamteindruck zu beeinflussen. Auch phonetisch sind sich die Marken „ARTIC“ und „Arctic“ ähnlich und es besteht das Risiko, dass der Buchstaben „c“ welcher sich in der Mitte der Marke „Arctic“ befindet gar nicht gelesen und/oder ausgesprochen wird. Auch von der Bedeutung lassen sich die beide Marken nicht unterscheiden da „Artic“ in der italienischen Sprache das Adjektiv artico ohne den letzten Buchstaben hervorruft und der Englischen Übersetzung der Marke „Arctic“ entspricht. Auch dass sich die Produkte der Klassen 32 und 33 auf den alltäglichen und nicht speziellen Verbrauch beziehen, spricht gem. BVGer für eine Verwechslungsgefahr.

Der Einwand der Widerspruchsgegnerin, dass die Marke „ARTIC“ eine schwache Unterscheidungskraft aufgrund ihrer Gewöhnlichkeit zukomme, wurde vom BVGer abgewiesen mit der Begründung, dass der Schutzumfang einer Marke immer im Zusammenhang mit den Produkten und Dienstleistungen auf denen sich die Marke bezieht und nicht bloss abstrakt zu bestimmen ist. Es besteht eine Verwechslungsgefahr zwischen den zwei Marken.

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BVGer vom 10.06.2014, B-4637/2012
Rotes Kreuz / Rotes Kreuz ähnlich ärztliche, medizinische und humanitäre Dienstleistungen an Notleidende (Kl.44) / ärztliche Dienstleistungen (Kl.44) BGer

[Das Schweizerische Rote Kreuz ist aktivlegitimiert, die Verbotsrechte aus dem Rot-Kreuz-Gesetz auf dem Zivilweg geltend zu machen:]

[...] lorsque l'intimée reproche à la recourante d'utiliser un signe qui établit un lien avec l'institution de la Croix-Rouge, elle fait référence à l'abus de la croix rouge considérée comme un signe indicatif [...]. Dans cette perspective, force est de constater que la Croix-Rouge suisse, en tant que société nationale, peut utiliser le signe de façon exclusive (cf. art. 44 al. 2 CG I et art. 4 de la loi sur la Croix-Rouge) et qu'elle est seule légitimée à en autoriser l'usage par un tiers, moyennant le respect de règles strictes (art. 44 al. 4 CG I).

[Das SRK hat auch ein Rechtsschutzinteresse, gegen die Verletzung der ausschliesslichen Nutzung des Roten Kreuzes vorzugehen.]

[...] il n'est pas contesté que le léger écart entre la branche droite de l'élément figuratif litigieux et le reste de cet élément (parties gauche et centrale) est la seule différence existant entre ce signe et la croix rouge. En raison de la proximité de l'élément en forme de carré rouge (branche droite) avec l'autre élément, ce léger écart ne suffit pas à reléguer au second plan l'image d'une croix rouge sur fond blanc. [...]

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BGer vom 20.05.2014, 4A_41/2014
RED BULL / BULLDOG alkoholfreie Getränke, Bier (Kl.32) / alkoholfreie Getränke, nämlich Energy-Drinks (Kl.32) BVGer

Mit Verfügung vom 16. April 2013 hiess die Vorinstanz den Widerspruch gut. Sie erläuterte, dass die Vergleichszeichen für die gleichen Waren beansprucht würden. Klanglich und schriftbildlich stimmten sie im gemeinsamen Wortelement "Bull" überein. Sie verfügten über einen ähnlichen Sinngehalt, da die Widerspruchsmarke einen roten Bullen und die angegriffene Marke eine englische Hunderasse, die ursprünglich zur Bullenhetze diente, bezeichne. Die Zeichen seien verwechselbar. Die Rechtsprechung habe bereits mehrmals entschieden, dass das Zeichenelement "Bull" eine hohe Kennzeichnungskraft habe. Die Widerspruchsmarke verfüge für die zu beurteilenden Waren über einen erweiterten Schutzumfang. Weil das charakteristische Element "Bull" integral von der angefochtenen Marke übernommen werde, bestehe die Gefahr von Fehlzurechnungen.

[Das BVGer bestätigt.]

Die Beschwerdeführerin bringt vor, das HABM habe in einem Verfahren zwischen den gleichen Zeichen entschieden, dass keine Verwechslungsgefahr bestehe. Diese Überlegung könne analog auch für den hier zu beurteilenden Fall zur Anwendung kommen.

Der Verweis der Beschwerdeführerin auf den Entscheid des HABM (...), welche sie als Indiz dafür anführt, dass die Vergleichszeichen nicht verwechselbar seien, muss unbeachtet bleiben. Massgeblich sind einzig die Verhältnisse in der Schweiz. Ausländischen (Eintragungs-) Entscheiden wird grundsätzlich keine Präjudizwirkung zugesprochen (...). Entsprechend sagen diese nichts über den vorliegenden Zeichenvergleich und insbesondere auch nichts über die Verwechslungsgefahr in der Schweiz aus.

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BVGer vom 28.04.2014, B-2766/2013